Montag, 22. März 2010

FantasyFilmFest Nights Nachlese 1

Splice (dt. Kinostart 3.6.2010)

Das Hipster-Wissenschaftler-Team und -Ehepaar Elsa (Sarah Polley) und Clive (Adrien Brody) will neuartige Proteinstrukturen entwickeln, indem sie die DNA verschiedener Tierarten kreuzen und so neue Kreaturen züchten, die mich am ehesten an kartoffelförmige Nackmulche oder pelzige Seegurken erinnerten. Als aber auch menschliche DNA eingeschleust wird wächst eine wesentlich interessantere Kreatur heran. Bei der Geburt zunächst eine Art Facehugger ohne Beinchen, morpht das später "Dren" genannte Wesen munter weiter (Zombie-Keinohrhase, Albino-Na'vi, ...) und treibt den Film voran wann immer sich das Drehbuch mal näher auf ein Thema einlassen müßte.

Vom Regisseur Vincenzo Natali (Cube) und Produzent Guillermo del Toro (den kennt ja wohl jeder) hatte ich mir insgeheim einen Genreklassiker wie Alien oder die Fliege erhofft, für mich ist aber eher ein B-Creature-Movie à la Species hinten rausgefallen. Im Featurette versucht das Team um Splice, die Originalität des Films zu betonen. Diese blitzt auch immer wieder durch, sobald sich aber ein spannendes Thema andeutet - zur Auswahl standen Gentechnik, Moralprobleme wie 'wann ist Töten moralisch vertretbar?', die unglückliche Kindheit der Protagonistin, Gewinnmaximierung von Pharmakonzerne, was macht den Mensch zum Menschen?, die Liebesbeziehung des Wissenschaftlerpärchens, u.v.m. Dann aber schlägt verläßlich das Creature-Design zu und die Filmhandlung einen Haken der alles zuvor aufgebaute vom Tisch wischt.

Die Effekte sind dabei nicht mal schlecht (Ausschnitt gefällig?) aber der Film hat doch sehr viel Potential verschenkt. Die Handlung wirkt durch die Entwicklungssprünge auf mich nicht kurzweilig sondern eher episodenhaft und der Film insgesamt länger als er eigentlich ist. Grad gegen Ende wurde im Saal mehrfach laut gelacht, weil es einfach richtig platt und unnötig und drangestrickt war.
Wär der Film eine halbe Stunde eher zu Ende gewesen hätte es meinen bis dahin noch guten Eindruck nicht noch weiter runtergezogen. Schade eigentlich.


1 Kommentar:

jalapeñjo on a stick hat gesagt…

Hm, die Trailer-Szene ist schon mehr als nur ein Zitat, oder?